Dienstag, 27. August 2013

Die Bundesliga-Tabelle aus Sicht des Steuerzahlers

Je direkter und unmittelbarer Staatsgeld in die Sponsoren der Bundesliga-Clubs floss, umso höher stehen die von diesen Firmen gesponserten Klubs in der Tabelle.

Die Fußball-Bundesliga gilt als eine der besten Fußball-Spielklassen der Welt. Ich finde, dass sie eine unglaubliche Unterhaltung bietet. Aber, mir ist da etwas aufgefallen. Etwas Schönes, was uns Freude machen sollte: Ich habe herausgefunden, dass die Bundesliga uns allen gehört, weil wir sie finanziert und bezahlt haben. Wenn nicht wir, dann unsere Großeltern und Urgroßeltern. Und da sind Polizeieinsätze und kommunale Stadionfinanzierung nicht mal mit eingerechnet!

Schauen wir uns doch mal die Hauptsponsoren der Bundesliga an, in der Reihenfolge der Platzierung ihrer Clubs in der Tabelle. Es gelten die Platzierungen vom 2. Spieltag.

  1. BV Grubensubventionen Dortmund 09
    Jahrzehntelang bestand das wirtschaftliche Rückgrad des Ruhrgebiets und des Saarlandes darin, heimische Steinkohle auszugraben und damit zu heizen, Energie zu gewinnen und Eisenerz zu Stahl zu schmelzen. Wie es der Fortschritt wollte, lohnte sich dies irgendwann nicht mehr. Um zu vermeiden, irgendwann ganz ohne Energie dazustehen, beschloss die Bundesregierung, diesen Spaß, Kohle aus vielen hundert Metern nach oben zu befördern, kräftig zu subventionieren. Von Steuergeldern. Nachdem die Regierung ihre Subventionen eingestellt hatte, spaltete man die rentablen Teile der Ruhrkohle wie Wohnungen vom Gesamtkonzern ab - Evonik war geboren. Aus diesem Topf wird Borussia Dortmund gesponsert. Mit Erfolg, wie sich zeigt.

  2. FC Telefongebühr München
    Es gab eine Zeit ohne Handys. Junge Menschen werden sich nicht daran erinnern, aber es war so. Es gab etwas, was ihr Meedels und ihr Jungs das "Festnetz" nennt. Eine ganz große Telefonleitung, quer durch die gesamte Republik, bezahlt vom Steuerzahler. Die Bundespost stellte Netzanschlüsse zur Verfügung und man konnte sich ein Telefon dazu auswählen, eines von zwei Modellen. Lange her? Irgendwann ließ man auch andere Firmen Telefonanschlüsse verkaufen, aber die Oberhoheit behielt die Bundespost - und ihre Nachfolgeanstalt Deutsche Telekom. Die verdient mit dem vom Steuerzahler finanzierten Telefonnetz nicht schlecht - und ihr Club holte das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Pokal.

  3. TSV Krankenkasse 04 Leverkusen
    Das deutsche Reich war erst wenige Jahre gegründet, da bekam der eiserne Reichskanzler Otto von Bismarck Muffensausen. Obwohl die Wählerstimmen der Arbeiter nur ein Drittel derer der Großbürger Wert waren, wurde ihre Vertretung, die SPD, diese terroristische Vereinigung, immer stärker. Sie und ihre Gewerkschaften riefen zu Arbeiteraufständen auf und zu Streiks. Um die Probleme zu entschärfen, gründete Bismarck die Krankenversicherung für Arbeiter, deren Beiträge gemeinsam von Arbeitern und ihren Chefs gezahlt wurden. Endlich keine Arztkosten mehr zahlen, wenn einem an der Maschine der Finger abgehackt wurde! Der Chemiekonzern Bayer im Rheinland nutzte die Chance und erfand allerlei Medikamente gegen Kopfweh ("Aspirin"), Magenschmerzen ("Alka-Seltzer") und schlechte Laune ("Heroin"). Einige davon werden heute noch recht großzügig von den Krankenkassen bezahlt.

  4. 1.FSV Energiewende 05 und 16. EEG Freiburg
    Hermann Scheer, als Träumer und Visionär, der zum Arzt gehen sollte, in der Seeheimer-SPD belächelt, hatte eine genaue Vorstellung von der Elektrizitätsgewinnung der Zukunft: Statt Rohstoffe aus dem Boden zu holen, die die Natur vor hunderten Millionen Jahren hinterlassen hatte (Öl, Erdgas, Steinkohle, Uran), nutzen wir doch einfach die Naturkräfte von heute, Sonnenenergie, Wind und Wasser. Er schlug ein System vor, mit dem Privatleute, die Energie für die Gemeinschaft gewinnen, Subventionen erhalten können. Kanzler Gerhard Schröder willigte überraschend ein. Er hielt es für ein Gesetz, dass keine Wirkung besitzt, aber ein schönes Symbol für die Wähler der Grünen darstellte. Damit setzte er, ohne es zu wollen, eine Revolution in Gang. Denn wenige Jahre später werden die Lieblinge der Ruhrgebiets-SPD (Kohlekraftwerke) und von Frau Merkel (Atomkraftwerke) nach und nach tatsächlich überflüssig. Denn die öffentliche Hand sorgt dafür, dass erneuerbare Energien sich lohnen - auch für Mainz 05 und den SC Freiburg.

  5. SV Hühnerbaron Bremen
    Für Frankreich ist die Landwirtschaft ein heiliger Sektor. Es geht zurück auf die Zeit von Louis XIV. Um Weltmacht zu sein, sein dickes Schloss bauen und alimentieren zu können, brauchte es jede Menge Kohle. Woher nehmen, wo die Industrialisierung noch nicht erfunden war? Ganz einfach: Man muss bloß schlau sein. Wozu haben wir so viele Bauern im Land? Aus verschimmeltem Käse machen wir "Camembert", aus vergorenem Wein "Champagner", aus Scheiße Gold. Und weil das immer so gut funktioniert hat, setzt die stolze Grande Nation seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft / Union alles daran, dass mindestens die Hälfte des Haushaltes der Staatengemeinschaft für Landwirtschaftssubventionen draufgeht. Gezahlt wird pro Stück. Das garantiert, dass die großen Betriebe am meisten verdienen können. Zum Beispiel große Geflügelmast- und Geflügelverarbeitungsbetriebe. So wie der Sponsor von Werder Bremen.

  6. Bundesbahn BSC Berlin
    Seit dem Zweiten Weltkrieg war die Deutsche Bundesbahn eine steuerfinanzierte Behörde. 1994 begann die Bundesregierung mit der sogenannten "Bahnreform" eine schrittweise Privatisierung mit dem Ziel, die Bahn endgültig kaputt zu machen aus der Bahn eine Cash-Cow zu machen, die Gewinne abwirft. Seitdem fahren die S-Bahnen in Berlin unregelmäßig und der Verkehrsknotenpunkt Mainz-Hauptbahnhof wird nur noch außerhalb der Sommerferien bedient. Dafür verfügt die Deutsche Bahn international über die größte Spedition der Welt... in Gestalt einer Lkw-Flotte, versteht sich. Ach ja, und für Hertha BSC Berlin ist auch noch genügend Geld übrig.

  7. TU 1899 Hoffenheim
    Als ich 2000 in Mannheim zum Arbeitsamt ging, weil ich dringend einen Studentenjob brauchte, um meine Bude zu finanzieren, hingen dort im Wartesaal drei Pinnwände. Zwei davon waren spärlich bestückt mit Ausdrucken aus dem System der damaligen Bundesanstalt für Arbeit. Und eine Pinnwand war übervoll, gespickt mit in winziger Schrift geschriebenen Stellenangeboten einer einzigen Firma, die im Softwaregewerbe tätig ist und weltweit führend in ihrer Sparte. Jedoch waren diese Stellen nicht für jeden geeignet, sie waren sehr spezialisiert. Die meisten verlangten ein Ingenieurs-, Informatik- oder Mathematikstudium. Hoffenheim-Finanzier Dietmar Hopp und seine Mitstreiter hätten SAP niemals in der Wüste Gobi gründen können. Aber in der Nähe von Mannheim war das kein Problem: Weniger als eine Autostunde um den Firmensitz herum liegen sage und schreibe zwölf Volluniversitäten, darunter drei explizit Technische, und eine unüberschaubare Anzahl von Fachhochschulen. Allesamt finanziert vom Steuerzahler. Hinzu kommt ein eng ausgebautes Netz an Datenleitungen wie Glasfaserkabel oder Breitbandnetze, die die Gesellschaft zur Verfügung gestellt hat. Beste Voraussetzungen für einen Weltkonzern. Und seine Top-Elf.

  8. VfL Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben und 15. Eintracht Niedersachsen
    Es war einmal ein Führer und Reichskanzler, der hatte einen großen Traum: Er wollte die Welt erobern, ach was! erobern!, er wollte sie verrnichten! Dazu brauchte man jedoch etwas Geld. Der Führer hatte eine super Idee: Warum lassen wir nicht das Volk auf einen KdF-Wagen sparen? Wenn jeder Bürger 4000 Reichsmark zur Seite legt, kommt jede Menge Geld zusammen. So kam es. Ferdinand Porsche entwickelte den Prototyp des VW Käfer und das Automobilwerk bei Fallersleben wurde gebaut. Als der Sparplan endete, war endlich genug Geld da, um den Krieg endlich beginnen zu können. Der Reichskanzler investierte das Geld wie versprochen in die Produkte des Automobilwerks, und tatsächlich konnten jede Menge Panzer von dem Geld gekauft werden, denn diese ließ man nun dort herstellen. Nach dem Krieg wurde dann doch noch irgendwann der VW Käfer in Wolfsburg gebaut, und er wurde eins der erfolgreichsten Autos der Welt, zum Glück für das Land Niedersachsen, das als Nachfolgeorganisation des Dritten Reichs Mitinhaber ist, und zum Glück für den VfL Wolfsburg, Eintracht Braunschweig und weitere Clubs, die von VW und seinen Konzerntöchtern gesponsert werden.

  9. Postsparbuch Mönchengladbach
    Früher, als die Bonner Republik noch lebte, schickten die Beamten, die damals noch in den Sozialämtern das Sagen hatten, ihre finanzschwache Klientel, wenn gar nichts anderes mehr ging, zur staatseigenen Bundespost. Denn wenn keine Bank mehr da ist, die einem einen Kredit gibt, ein Postsparbuch war immer möglich. Das blieb sogar nach der Aufspaltung der Deutschen Bundespost so, die Postbank war noch lange Zeit danach die einzige Bank, die jedem ein Girokonto zur Verfügung stellte, noch bevor es den Begriff "Pfändungsschutzkonto" überhaupt gab. Dass Kleinvieh auch Mist einbringt, und nicht einmal wenig, das bemerkte dann irgendwann auch die Deutsche Bank, die das Privatkundengeschäft ansonsten so anrüchig fand, und kaufte das Unternehmen, das die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach unterstützt.

  10. Schiffsfonds 96
    Das Hannoversche Unternehmen TUI verdient sein Geld im Wesentlichen damit, den hart arbeitenden Bürger samt seiner Frau (oder Sekretärin) mit einem seiner Flieger oder einem seiner Boote zum Erholen in die Sonne zu schicken. Dabei profitiert die Tourismus-Branche in hohem Maße von zahlreichen Subventionen von Vater Staat. Die berühmteste ist die Steuerermäßigung für Hotelübernachtungen, für die seit geraumer Zeit nur noch 7% Mehrwertsteuer fällig werden. Jahrelang konnte der Bau neuer Schiffe von der Steuer abgesetzt werden. Ob man Flugzeuge steuerfrei betanken kann oder Konversionsflughäfen nutzt, die vom Militär aufgegeben, nun vom Staat unterstützt werden: Das alles wird von der Gesellschaft mitbezahlt, auch von denen, die sich keinen Urlaub leisten können. Das gesparte Geld wandert zu den Aktionären der TUI und zu Hannover 96.

  11. WTO Jobcenter Nürnberg
    Die WTO ist eine internationale Regierungsorganisation, die den Abbau von Handelshemmnissen und die Liberalisierung des internationalen Handels verfolgt. Sie verbietet also Zölle, die dazu da sind, die hiesigen Arbeitnehmer vor den Dumpinglöhnen zu schützen, die in Bangladesh gezahlt werden, wenn die Waren hergestellt werden, die wir importieren. Die Folge dieses Freihandels ist, dass innerhalb der letzten fünfzig Jahre fast die gesamte Textilindustrie in Europa ausgestorben ist, während die Textilarbeiter in Bangladesh unter menschenunwürdigen Bedingungen ihrem Tagwerk nachgehen. Die Mitgliedsbeiträge der Bundesrepublik für die WTO zahlen übrigens wir. Importeure wie Kik, der Sponsor des 1.FC Nürnberg, profitieren doppelt von der WTO-Strategie: Einmal direkt durch niedrige Einkaufspreise, einmal indirekt durch das Lohndumping. Es ist bekannt, dass Angestellte dieser Warenhauskette ihre niedrigen Löhne im Jobcenter aufstocken müssen, um über die Runden zu kommen. Finanziert wird dieses Lohnplus von niemand anderem als dem Steuerzahler.

  12. OPEC Air SV
    Es ist ziemlich genau 40 Jahre her, als die (zum größten Teil arabischen) OPEC-Staaten der westlichen Welt den Hahn zudrehten, das Öl verknappten und einen starken Anstieg des Preises für diesen in der Industriegesellschaft lebenswichtigen Rohstoff verursachten. Die Folgen waren immens: Die entstehende Rezession wurde verstärkt, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialausgaben und Insolvenzen von Unternehmen nahmen stark zu. In der westlichen Elite wuchs die Überzeugung, dass man sich einen Sozialstaat nicht länger leisten konnte. In Chile wurde die neoliberale Diktatur nach einem Putsch der Amis gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Allende ausprobiert, Willy Brandt, der einzige jemals explizit linke deutsche Bundeskanzler, wurde gestürzt, danach kamen Reagan, Thatcher, Kohl, Schröder und Merkel und reduzierten die Annehmlichkeiten der Wohlfahrtsgesellschaft für die unteren Chargen Schritt für Schritt. Währenddessen stiegen die Vereinigten Arabischen Emirate als einer der OPEC-Staaten, die an der Öldrosselung beteiligt waren, von einem Entwicklungsland auf zu einer Regionalmacht, an der keiner vorbeikommt, der auf den Weg von der alten Welt in den Fernen Osten ist. Glanz und Glamour, Wolkenkratzer, Luxus-Shoppingmalls und künstliche Inseln zeugen von der Macht des Öls. Der Grundstein der staatlichen Fluglinie Emirates wurde vor 40 Jahren gelegt, und der Hamburger SV holt sich im Prinzip bloß einen Teil der deutschen Steuergelder zurück, die damals durch die Rezession verloren gegangen sind. Und genauso spielt er auch.

  13. FC Altkanzler 04
    Das nennt man dann wohl Karriere, was Acker, der Mittelstürmer des TuS Talle da gemacht hat: Er besuchte zunächst die staatliche Volksschule, war dann in Ausbildung, besuchte während dieser die Berufsschule und anschließend holte er sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach. Dann hing er ein mit BAFÖG unterstütztes Studium an einer staatlichen Universität an, verteidigte als Rechtsanwalt an staatlichen Gerichten und ließ sich in den Bundestag wählen, wo er Diäten aus Steuermitteln bekam und war schließlich acht Jahre Ministerpräsident und sieben Jahre Bundeskanzler. Während dieser Zeit erhielt er Apanage aus Steuermitteln. Heute ist er für Gazprom tätig, einen ebenfalls staatlichen (allerdings russischen) Konzern, den er an den FC Schalke 04 als Hauptsponsor vermittelt hat. Wenn das mal kein stattlicher Deal ist!

  14. VfB Chef-Chaise
    Das Dienstwagenprivileg ist die größte Steuervergünstigung, die es in Deutschland gibt, mit Verlusten für den Steuerzahler im Milliarden-Bereich. Ein von der Firma gestellter Dienstwagen, der auch privat genutzt werden kann, wird gegenüber der Bahncard 100 bevorzugt und muss nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden. Weil Unternehmen Anschaffungs- und Betriebskosten von Dienstautos voll von der Steuer absetzen können, besteht für sie kein Anreiz, klimaschonende Fahrzeuge zu kaufen. Wem nützt dieses Gesetz mehr als Daimler, dem Hersteller der klobigen Chef-Schlitten der Marke Mercedes-Benz, seines (Stern-)Zeichens Sponsor des VfB Stuttgart und seines Stadions?

  15. Arbeitsrecht Augsburg
    Als kleines und mittelständisches Unternehmen hat AL-KO, eine Manufaktur von Haus- und Gartengeräten sowie Campingzubehör bei der Gewährung von Subventionen wahrscheinlich hintanstehen müssen. Umso erstaunlicher, dass Augsburg nicht schon längst abgestiegen ist. Vermutlich macht AL-KO in Deutschland dennoch ein gutes Geschäft, denn nur in wenigen Ländern umfasst der individuelle Urlaubsanspruch, der einem Arbeitnehmer gesetzlich zusteht, so viele Tage wie hier - ein Plus an Lebensqualität, das gute Leute im Land hält. Dank sei starken Gewerkschaften und klugen Regierungen der Vergangenheit, die das ermöglicht haben. Es sichert diesem Hersteller von Freizeitbedarf genügend Kundschaft und dem FC Augsburg womöglich den nächsten Klassenerhalt.

  16. Eintracht Staatsbank
    Es war einmal eine Bank, die auf dem Höhepunkt einer schlimmen Bankenkrise meinte, sie müsse die zweitgrößte Bank des Landes kaufen, obwohl sie selbst nur die drittgrößte war. Ein Unterfangen, das nicht gut gehen konnte. Es kam, wie es kommen musste: Das Unternehmen geriet in schwere See. Eigentlich bleibt in solchen Fällen nur die Insolvenz. Doch was ist mit dem Geld, das Tante Rosi und Onkel Herbert auf ihrem Sparbuch bei der Commerzbank hinterlassen haben? Richtig. Das wäre dann futsch. Also springt im Falle von Bankenpleiten der Staat ein. Die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich mit einem Viertel der Anteile an der Commerzbank und zahlte dafür 18 Milliarden Euro, ein Vielfaches von dem, was die Bank damals wert war. In der Zwischenzeit hat die Bank 13 Milliarden zurückgezahlt, sie steht beim Steuerzahler also nur noch mit 5 Milliarden zu Buche, was 17% der Anteile entspricht, die noch staatlich sind. Trotz der guten Kapitalentwicklung fiel der Aktienkurs seit 2008 um 95%. Für das Stadionsponsoring in Frankfurt am Main, gleich neben dem Dienstsitz des Deutschen Fußball-Bundes reicht es jedoch noch.


Wegen all dieser Subventionen, Steuererleichterungen, Monopolgewinnen und Gebührengeldern, die wir oder unsere Großeltern in die genannten Unternehmen investiert haben, gehört die Bundesliga irgendwie uns. Und deswegen sollten wir umso lauter mitjubeln, wenn unser Lieblingsklub gewinnt.

Auffallend ist, dass die Clubs umso höher in der Tabelle stehen, je mehr die sie unterstützenden Unternehmen vom Steuerzahler, dem Gebührenzahler oder sonstwie von der Gemeinschaft unterstützt wurden und je unmittelbarer und direkter diese Zahlungen auf den Konten der betreffenden Unternehmen gelandet sind. (Eine Wette auf eine Meisterschaft der Frankfurter Eintracht wäre aus diesem Blickwinkel heraus also keine allzu schlechte Idee.)

Beim Betrachten all dieser einzelunternehmerischen Erfolge wird deutlich: Niemand operiert im luftleeren Raum, irgendwann und irgendwo sind alle, die Erfolg haben wollen, von der sie umgebenden Gesellschaft abhängig.

Auch der Fußball.

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