Dienstag, 21. Januar 2014

Grüne Woche

Es war wohl Fügung, in einem Hostel abzusteigen, in dem man für einen Mondpreis (nach Berliner Verhältnissen) von 5,50 € nur trocken Brot als "Frühstück" bekommt.

Denn der Besuch der Grünen Woche in Berlin verlangt schon beim Eintritt einen hungrigen Magen... Und eine gute Grundlage! 

Hunger!!!! - es empfiehlt sich, mit leerem
Magen zur Messe zu kommen. Es lohnt sich.

Ich habe wohl noch niemals in meinem Leben so viele Spirituosen getrunken. Gefühlt jeder Nachfolgestaat der Sowjetunion, jede Teilrepublik und jedes Nachbarland eines dieser Staaten hat GENAU den Wodka, den ich unbedingt mal probieren musste. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Abgesehen von den Fruchtlikören, die die zerfallenen Balkanstaaten anbieten. 

Zwischen mecklenburgischen Matjesbrötchen, australischen
Känguru-Krakauern, Spessart-Spanferkeln und ukrainischen Maultaschen laufe ich in der Bayern-Halle fast den Bundeslandwirtschaftsminister über den Haufen, dessen eigene Halle nebenan ist und der in der Vertretung der einzigen Region, in der er gewählt werden kann (die sich in der Nähe präsentierende russische Arktisregion wäre auch mal ein geeigneter Treffpunkt), mal hallo sagen will. Mit dabei hat er einen Tross von Fotografen - Wach- und Sicherheitspersonal sehe ich nicht. 

In der Frankreichhalle bestelle ich Austern, ganz original in Französisch. Die Bedienung bedient mich in Englisch mit hochdeutschem Akzent, selbst dann noch, als ich "Danke!" sage statt des saarländischen "Merci!".

Eine Reise zur Grünen Woche in Berlin lohnt sich auf jeden Fall, wer Geld sparen und das Max-Ophüls-Festival nicht verpassen will, dem sei ein Besuch auf dem Gourmet-Markt St. Ingbert empfohlen. Auch da kann man für gutes Essen gutes Geld ausgeben.