Freitag, 2. Oktober 2015

Naturfreunde

Der sogenannte Urwald vor der Stadt mit dem Naturfreundehaus ist ein beliebter Erholungsort.

Wie es im Saarland nun mal üblich ist, besucht man diesen Ort nicht mit der Straßenbahn, die hier eine eigene Haltestelle hat, sondern - wie sollte es anders sein - mit dem Auto. Weil nun auch der anliegende Friedhof für viele ältere Bewohner der Stadt so schwierig zu erreichen ist, wimmelt es auf der Autobahn... äh, dem Waldweg von Kirschheck bis Friedwald an sonnigen Tagen nur so vor Autos.

Und das sogenannte Naturreservat wird zum vielbefahrenen Autobahnzubringer, dem Wanderer (die Strecke gehört zum Jakobsweg) nur mit Glück ausweichen können.

Radfahren ist im Urwald Saarbrücken übrigens verboten.

Crossposting von "Radfahren in Saarbrücken", Facebook.

Samstag, 5. September 2015

Schrei nach Liebe

Ich weiß es noch, als sei es gestern gewesen.

Im Sommer 1988 hatte sich meine damalige (und heutige) Lieblingsband „Die Ärzte“ nach einem Abschlusskonzert auf Sylt getrennt und voraussichtlich für immer aus dem Staub gemacht. Meine Trauer war riesig. Obwohl die Zeit der Band genau wie meine Kindheit abgelaufen war, hörte ich die Ärzte weiterhin ständig und machte ihre Live-LP von eben diesem letzten Konzert gemeinsam mit Klassenkameraden zum Soundtrack für die anstehende einwöchige Klassenfahrt nach Mittelfrankreich, wo dann auf einer gemeinsamen Party mit den französischen Austauschstudenten in der Schulmensa Ärzte-Songs gegrölt wurden.

Die Jahre vergingen, auf eine Hardrock-Welle folgte die Grunge-Ära um Kurt Cobain, aus Kindheit wurde Jugend. Nur eine Angewohnheit behielt ich bei: Woche für Woche verfolgte ich die deutschen Charts bei Europawelle Saar. Aus der Top 75 war eine Top 100 geworden, dank neuer Berechnungsformen konnten Songs jetzt von Null auf Eins einsteigen, doch immer noch blieb ich am Radio und schrieb mit. Und immer war da die Hoffnung im Hinterkopf, es könne irgendwann ein Wunder geschehen und meine Lieblingsband aus der Versenkung auftauchen.

Das Wunder geschah ziemlich genau vor 22 Jahren, im September 1993. Ich weiß es noch, als es sei es gestern gewesen. Der Moderator, der unverwüstliche und immer noch aktive Dieter Exter, kündigte den neuen Song der Ärzte an! Ich war aus dem Häuschen und hörte mir das Lied an. Ich konnte es nicht fassen. Da wartet man so lange und erwartet eigentlich nicht mehr viel, und dann gleich so ein Hammer! Eine Minute später stand ich moshend und headbangend bei mir im Zimmer und ließ die Bässe in mein Herz.

Ich war ein sehr politischer Mensch. Politik war mir in die Wege gelegt. Zu Hause wurde sozialdemokratisch gesprochen, und so war mir die Peinlichkeit nicht entgangen, dass die SPD die Ausschreitungen gegen Asylbewerberunterkünfte in Ostdeutschland zum Anlass nahm, das Grundgesetz bei der Gewährung von Asyl zu verschärfen (!) und damit den rechten Ausländerfeinden (heute würde man sagen: -kritikern) zusätzlich Wind unter den Segeln zu verleihen. Günter Grass nahm diese Angelegenheit als Anlass, aus der Partei auszutreten.

Umso geiler fand ich es, dass sich Bela, Farin und Rod trauten, ihren Comeback-Song nach 5 langen Jahren dazu zu verwenden, Stellung zu beziehen. Und dies auch noch auf eine sehr kluge, psychoanalytisch geprägte Art und Weise. Und nebenbei ein Klangerlebnis zu verschaffen, das es in sich hatte. Natürlich konnte ich das Erscheinen des Albums „Die Bestie in Menschengestalt“ kaum erwarten.

Ich habe seit diesem Zeitpunkt vier Konzerte der Ärzte besucht, zwei davon mit meiner ehemaligen Lebensgefährtin, die auch Ärzte-Fan war, und immer wenn „Schrei nach Liebe“ gespielt wird, macht es eine unglaubliche Freude, mal aus lauter Kehle auszurufen, was man sonst ständig denkt: „O-o-o-Arschloch!“

22 Jahre später ist das Lied in aller Munde, weil es seitdem noch kein besseres oder mitreißenderes Lied gegeben hat, das für Toleranz und gegen engstirnige Ablehnung von Menschen aus anderen Ländern auffordert.

Die Aktion Arschloch hat dazu aufgerufen, den Song zu kaufen, damit er erneut in die Charts kommt. Die Ärzte spenden den Erlös dem Hilfswerk Pro Asyl. Wer ihn noch nicht hat, sollte ihn erwerben. Denn dieser Song rockt heute noch genauso, als wäre er erst gestern erschienen.


Sonntag, 9. August 2015

Haben oder Sein

Der Philosoph und Psychoanalytiker Erich Fromm hat postuliert, dass es zwei Existenzmotivationen gebe, von denen wir leider der ungesünderen den Vorzug geben: Haben oder Sein.

Wer Haben-orientiert ist, strebt Wohlstand und Sicherheit an, wer zum Sein neigt, möchte sich selber finden und treu bleiben.

Ich habe heute gelernt, was Sein auch heißen kann: Bei neuen Kontakten, die man beim Reisen erhält, nicht zwanghaft Nummern austauschen müssen. Denn der Weg ist das Ziel. Wenn der Kontakt auch noch so angenehm ist, wird er bleiben, auch wenn es keine weitere Kommunikation zwischen den Menschen mehr gibt.

So habe ich heute und gestern sehr viele neue Leute kennen gelernt, von denen ich zum Teil nicht mal ihren Namen kenne. Aber ich weiß, was sie mögen, was sie studiert haben, wo sie wohnen, wohin sie gereist sind.

Aber zwanghaft "was starten" ist nicht immer das Wichtige im Leben.

Sonntag, 28. Juni 2015

Liebster Blog Award - 10 Fragen - 10 Antworten

Meine Münchner Blogger- und Hobbyschriftsteller-Kollegin Hanna Mandrello hat mich für den Liebster Blog Award nominiert. Sie hat mir 10 Fragen gestellt, die ich hier beantworten möchte. Neue Nominierungen finden nicht statt, da ich in der Online-Community nicht sonderlich gut vernetzt bin. Ich habe ehrlich geantwortet. Der eine wird damit ein Problem haben, der andere sich köstlich unterhalten fühlen.

Die Fragen - die Antworten:
  • Eine Fee erscheint dir nachts im Traum und du darfst dir eine persönliche Fähigkeit wünschen, die du nach dem Aufwachen für immer haben wirst. Welche würdest du nehmen und was willst du damit anstellen?

Schlagfertigkeit. Hilft immer.

  • Du sitzt früh morgens zusammen mit einem Mann in der U-Bahn, der genau das Buch liest, das du auch unbedingt lesen willst, aber noch nicht gekauft hast. Als er aussteigen will, steckt er es außen in seine Aktenmappe, verliert das Buch aber, weil er es nicht richtig in die Tasche gesteckt hat. Das Buch liegt vor dir auf dem Boden. Niemand anderes sieht es, auch der Mann nicht, der noch an der Tür steht und wartet, dass die U-Bahn hält. Was würdest du tun?

Ich geb’s ihm zurück. Mann, wenn das Buch so gut ist, dann muss man dafür sorgen, dass es gelesen wird. Ich kaufe mir gerne ein eigenes Exemplar.

  • Jemand will dir etwas schenken. Du hast die Wahl zwischen einem Kindle und einem absolut noblem Edel-Füllfederhalter. Wofür würdest du dich entscheiden und warum?

Kindle. Die Dinger gehen schnell mal verloren oder kaputt. Es schadet nicht, ein Exemplar mehr zu besitzen.

  • Stephen King bittet dich auf ein Abendessen zu sich und seiner Frau nachhause. Was ziehst du an, was nimmst du als Geschenk mit?

Ich weiß, dass Steve wenig Wert auf Etikette legt. Ich ziehe mich bequem an und bringe eine kleine Sammlung mit den besten ins Englische übersetzten zeitgenössischen deutschen Romanen mit.

  • Wegen einer ansteckenden Krankheit, gegen die es noch kein Mittel gibt, wirst du vermutlich ein Jahr allein auf einer Insel verbringen. Du darfst nur eine kleine Sporttasche mit Dingen zu deinem Zeitvertreib mitnehmen. Es gibt auf der Insel weder Handynetz noch WLan. Was wäre in deiner Tasche und was planst du für die Zeit?

Wenn es Strom gibt, nehme ich mein Laptop mit, ansonsten die Erika Schreibmaschine und extra viel Papier, um meine Gedanken zu ordnen und in Form zu bringen. Der Kindle und ein paar Bücher dürfen auch nicht fehlen. Darüberhinaus kann ich mich wunderbar mit mir selbst beschäftigen, das Jahr geht schnell vorüber.

  • Dein Partner stellt dich vor die Wahl. Entweder er/sie oder das Schreiben. Wie reagierst du?

Und tschüss.

  • Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben, die du unglaublich toll findest. Aber alle um dich herum finden sie ganz furchtbar. Ändert das deine Einstellung zu deiner Geschichte?

Ich habe zwei Romane geschrieben, die auch Kritik ausgelöst haben. Ich freue mich darüber, denn Literatur ist nicht unbedingt dazu da, Harmonie zu erzeugen. Auch wenn es so was wie Konsensromane gibt („Der Geschmack von Apfelkernen“), halte ich Literatur nur dann für gelungen, wenn sie Diskussionen erzeugt.

  • Was gibt dir das Schreiben und/oder Bloggen?

Ich bin dem Schreiben unendlich dankbar, dass ich damit meine Grübeleien einer produktiven Tätigkeit zuführen konnte.

  • Mit welchem zeitgenössischen Schriftsteller würdest du dich gern im Café treffen und mal ausgiebig über sein letztes Buch und seine Arbeit plaudern?

Nachdem Steve King mich ja bereits unter Punkt 4 zu sich nach Hause eingeladen hat, nehme ich mir als Nächstes Jeffrey Eugenides und Jonathan Franzen vor. Ferner gehören Ralf Rothmann und Wilhelm Genazino zu den Leuten, mit denen ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen möchte. Damit die Runde nicht allzusehr in eine Burschenschaft ausartet, nehmen wir noch Valentina d’Urbano und Alina Bronski als weibliche Teilnehmerinnen hinzu.

  • Heute in fünf Jahren. Was hast du dann in Sachen Schreiben und Veröffentlichen erreicht?

Wenn ich dann noch so viel Spaß daran habe wie heute, habe ich viel erreicht. Ich würde gerne meinen Ausstoß steigern und gerne mal einen kommerziellen Roman schreiben, der Geld erwirtschaftet. Aber mein Zeitkontingent ist leider endlich.



Das war's.

An dieser Stelle danke ich den vielen Fans, die im Rahmen der Gratisaktion bei „Der Mann mit der Säge“ zugegriffen haben. Es wird zum Semesterbeginn eine Gratisaktion zu „Habichthorst“ geben. Termin vormerken.

Danke fürs "Zuhören".

Danke, Hanna, für die Fragen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Warum die Autos immer dicker werden

Ich hatte in der Vergangenheit und auch aktuell bei Interviews im Radio nie verhehlt, dass ich die hiesige Autogeilheit ein bisschen extrem finde.

Fahrzeuge, Fußball, Fernsehen (manchmal auch alles zusammen, wie letzten Samstag der Gewinn des Volkswagen-Pokals durch den Volkswagenfußballklub, live in der ARD) bilden meiner Meinung nach eine Phalanx, die die Arbeitnehmer in Deutschland stillhalten soll.

Ich frage mich in letzter Zeit, warum die Autos immer riesiger und "sportlicher", kurz: immer unnütz höherwertiger werden. Der niedrige Zinssatz erklärt es zwar (in Spanien und USA hat man die Finanzblase mit Immobilienkrediten angefacht, bei den Deutschen muss man mit Autos locken), aber glauben tue ich daran nicht. Weil die Deutschen sehr sparsame und zweckverbundene Menschen sind.

Da ist noch was anderes, ich spüre es.

Meine Theorie ist: Die Deutschen haben gelernt, dass ihre irrsinnige Schufterei, die viele Opfer kostet, unter anderem nervliche, nur Sinn macht, wenn man sich im Gegenzug mit einer Erhöhung der Lebensqualität belohnt. Nun war es seit 1886 Konsens, dass teure, schöne Autos die Lebensqualität der Menschen erhöhen. So muss es doch weiter gehen.

Oder?

Die Menschen versuchen es momentan, sie kaufen immer größere, immer breitere, immer lautere Autos mit dem Nullzinssatz, um nochmal das Gefühl zu erleben, was man früher hatte, wenn man hart gearbeitet hat: Alles wird besser.

Aber wie lange noch?

Samstag, 21. März 2015

Bürgerforum

Ich war heute auf dem Bürgerforum zum Verkehrsentwicklungsplan.

Ich muss sagen, die Veranstaltung hat mich meiner Stadt näher gebracht, denn ich erlebte, dass die anderen Bürger und insbesondere die Stadtverwaltung eine ähnliche Meinung vertreten wie ich und dass es nur wenige Menschen in der Stadt gibt, die davor warnen, "das Auto zu verteufeln" und die auf dem Status Quo bestehen, der in der Stadt Saarbrücken heißt: Vorfahrt für das Auto und alle anderen aus dem Weg!

Die Zeichen stehen auf Veränderung, und der Veränderungsdruck ist groß. Denn schließlich sind heute Stadtplanungskonzepte gefragt, die nach Vorbild der Kopenhagener Schule den Vorrang des Stadtverkehrs dem Menschen geben, der sich innerhalb der Stadt bewegt, und nicht dem, der in einem rollenden Kasten am Rest der Stadt vorbeifährt.

Carsharing, Bikesharing, ein Rückbau von Parkplätzen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Gesundheitsschutz, Neubau und Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs, Fahrradbahnen, Fußgängerzonen und Freitreppen - das sind die Zutaten einer lebenswerten Stadt, in der sich nach der Philosophie des dänischen Architekten Jan Gehl Kinder und Senioren gerne aufhalten.

Eine Stadt attraktiv für Einkaufstouristen aus dem Umland zu machen, indem wir sie mit ihren Karren in die Stadt locken, heißt im gleichen Maße, dass wir Menschen, die in der Stadt wohnen wollen, verjagen werden. Die Stadt - und mit ihr die fahrradbegeisterte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz - muss zu ihrem Ziel stehen, auch dann, wenn der Gegenwind kommt, wie zuletzt bei der Wilhelm-Heinrich-Brücke, die auf zwei Autospuren reduziert werden sollte.

Ich bin zuversichtlich, dass unsere Philosophie sich durchsetzt, denn trotz aller Autolobby in Deutschland kann der Trend zur menschengerechten Stadt, der den Rest der Welt erfasst hat, in Deutschland nicht ewig ignoriert werden.

Sonntag, 25. Januar 2015

Besuch bei Max Ophüls

Eine der Schokoladenseiten an Saarbrücken ist das Max-Ophüls-Festival. Jahr für Jahr müssen sich angehende Filmschaffende, die noch vor ihrer Karriere stehen, hier bei uns vor Ort beweisen.

Saarbrücken ist ein guter Ort, die überschaubare Größe der Stadt passt zum Level, auf dem sich die Karriere der meisten Filmschaffenden, die Wettbewerbsbeiträge eingereicht haben, befindet. Man hat wegen der begrenzten Stätten, an denen Veranstaltungen stattfinden, als Künstler und Kunstmanager wunderbare Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, während sich in Berlin ja irgendwie alles verläuft.

Wir als Publikum freuen uns. Die Säle, in denen ich gesessen und auf den Film gewartet habe, waren proppevoll. Wo sonst füllen Arthouse-Streifen Multiplexhäuser?

Es schien beim diesjährigen Festival ein übergreifendes Thema zu geben: Gewalt im Zusammenhang mit Adoleszenz. Gewalt einer Jugendlichen an sich selber ("About a girl"), Gewalt von Erwachsenen und Gleichaltrigen an Jugendlichen ("Freistatt", "Chrieg"), Gewalt eines Abiturienten an seiner Klassenkameradin ("Das Hotelzimmer"), Gewalt einer heranwachsenden Frau an der gesamten Gesellschaft ("Die bleierne Zeit").

Diese fünf Filme habe ich mir angesehen. Ich fand sie allesamt genial umgesetzt, auch wenn mich speziell der Gewinnerbeitrag "Chrieg" aus der Schweiz rasend aggressiv gemacht hat. Dennoch Gratulation in die Eidgenossenschaft, auch an den noch jugendlichen Gewinner des Preises für Nachwuchsdarsteller Benjamin Lutzke. Es scheint mir eine üble Zukunftsvision, ein Bootcamp in den Bergen, in dem der aggressivste Jugendliche die Macht an sich reißt und eine Terrorbande gründet, der sich der Protagonist notgedrungen anschließt.

Besser organisiert war da schon die Diakonie "Freistatt", die in den Sechziger Jahren Jugendliche, die sonst keiner haben wollte, in einer Art Kinder-Arbeitslager gequält hat. Besonders berührend fand ich den Auftritt von Wolfgang Rosenkötter, auf dessen Erlebnisse der Film basierte.

Terror politischer Art bot der Vintage Streifen "Die bleierne Zeit" aus dem Jahr 1981. Ehrengast Margarethe von Trotta erinnerte sich an die Anfänge feministischen Schaffens im deutschen Filmgewerbe. Im Film geht es um die Schwester einer Attentäterin, die Gudrun Ensslin zum Verwechseln ähnlich sieht.

Im "Hotelzimmer" schließlich kocht ein Konflikt hoch, der über Jahre verdrängt war und an den sich niemand so richtig erinnern kann. Zwei Stunden haben die beiden Protagonisten Zeit, in diesem engen Raum ihr Verhältnis zueinander zu klären.

"About a girl" schließlich entpuppt sich als harmloses, aber höchst unterhaltsames Coming-of-Age-Spektakel, bei dem der Suizidversuch der Protagonistin fast der einzige Einbruch von Tragik bleibt. Ein Film, der mit der Realität letztlich versöhnt und sehr viel Spaß gemacht hat. Auch in diesem Jahr wieder eine grandiose Leistung von Jasna Fritzi Bauer, die vor 2 Jahren für "Scherbenpark" den Nachwuchsdarstellerpreis erhalten hat.

Dass die Filme, die gezeigt werden, in der Regel verstören, damit muss man leben. Das ist die Aufgabe des Arthouse-Kinos.

Vielleicht noch ein Wort zum Erlebniswert des Max-Ophüls-Filmfestivals: Ich habe ja bekanntlich früher in Berlin gelebt. Dort ist ein wichtiges Filmfestival, die Berlinale, zuhause. Doch habe ich diese regelmäßig besucht, um mir die Filme anzusehen? Nein, denn von diesen Filmen werden früher oder später die meisten den Weg in reguläre Kinos schaffen. Um die neuesten Hits aus Hollywood zu sehen, brauche ich aber kein Festival.

Deshalb bin und bleibe ich der Meinung, dass das Max-Ophüls-Festival wesentlich attraktiver ist als größere Veranstaltungen dieser Art. Denn manchmal sind wir die Einzigen, die einen Film sehen können, der so niveauvoll ist, dass er schon bald in der Versenkung verschwindet. So schade es ist. Aber so ist der Markt. Und manche Perle des Films bleibt uns somit exklusiv als Erinnerung.

Ich freue mich schon jetzt auf die Perlen des nächsten Jahres.