Samstag, 21. März 2015

Bürgerforum

Ich war heute auf dem Bürgerforum zum Verkehrsentwicklungsplan.

Ich muss sagen, die Veranstaltung hat mich meiner Stadt näher gebracht, denn ich erlebte, dass die anderen Bürger und insbesondere die Stadtverwaltung eine ähnliche Meinung vertreten wie ich und dass es nur wenige Menschen in der Stadt gibt, die davor warnen, "das Auto zu verteufeln" und die auf dem Status Quo bestehen, der in der Stadt Saarbrücken heißt: Vorfahrt für das Auto und alle anderen aus dem Weg!

Die Zeichen stehen auf Veränderung, und der Veränderungsdruck ist groß. Denn schließlich sind heute Stadtplanungskonzepte gefragt, die nach Vorbild der Kopenhagener Schule den Vorrang des Stadtverkehrs dem Menschen geben, der sich innerhalb der Stadt bewegt, und nicht dem, der in einem rollenden Kasten am Rest der Stadt vorbeifährt.

Carsharing, Bikesharing, ein Rückbau von Parkplätzen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Gesundheitsschutz, Neubau und Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs, Fahrradbahnen, Fußgängerzonen und Freitreppen - das sind die Zutaten einer lebenswerten Stadt, in der sich nach der Philosophie des dänischen Architekten Jan Gehl Kinder und Senioren gerne aufhalten.

Eine Stadt attraktiv für Einkaufstouristen aus dem Umland zu machen, indem wir sie mit ihren Karren in die Stadt locken, heißt im gleichen Maße, dass wir Menschen, die in der Stadt wohnen wollen, verjagen werden. Die Stadt - und mit ihr die fahrradbegeisterte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz - muss zu ihrem Ziel stehen, auch dann, wenn der Gegenwind kommt, wie zuletzt bei der Wilhelm-Heinrich-Brücke, die auf zwei Autospuren reduziert werden sollte.

Ich bin zuversichtlich, dass unsere Philosophie sich durchsetzt, denn trotz aller Autolobby in Deutschland kann der Trend zur menschengerechten Stadt, der den Rest der Welt erfasst hat, in Deutschland nicht ewig ignoriert werden.

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