Sonntag, 28. Juni 2015

Liebster Blog Award - 10 Fragen - 10 Antworten

Meine Münchner Blogger- und Hobbyschriftsteller-Kollegin Hanna Mandrello hat mich für den Liebster Blog Award nominiert. Sie hat mir 10 Fragen gestellt, die ich hier beantworten möchte. Neue Nominierungen finden nicht statt, da ich in der Online-Community nicht sonderlich gut vernetzt bin. Ich habe ehrlich geantwortet. Der eine wird damit ein Problem haben, der andere sich köstlich unterhalten fühlen.

Die Fragen - die Antworten:
  • Eine Fee erscheint dir nachts im Traum und du darfst dir eine persönliche Fähigkeit wünschen, die du nach dem Aufwachen für immer haben wirst. Welche würdest du nehmen und was willst du damit anstellen?

Schlagfertigkeit. Hilft immer.

  • Du sitzt früh morgens zusammen mit einem Mann in der U-Bahn, der genau das Buch liest, das du auch unbedingt lesen willst, aber noch nicht gekauft hast. Als er aussteigen will, steckt er es außen in seine Aktenmappe, verliert das Buch aber, weil er es nicht richtig in die Tasche gesteckt hat. Das Buch liegt vor dir auf dem Boden. Niemand anderes sieht es, auch der Mann nicht, der noch an der Tür steht und wartet, dass die U-Bahn hält. Was würdest du tun?

Ich geb’s ihm zurück. Mann, wenn das Buch so gut ist, dann muss man dafür sorgen, dass es gelesen wird. Ich kaufe mir gerne ein eigenes Exemplar.

  • Jemand will dir etwas schenken. Du hast die Wahl zwischen einem Kindle und einem absolut noblem Edel-Füllfederhalter. Wofür würdest du dich entscheiden und warum?

Kindle. Die Dinger gehen schnell mal verloren oder kaputt. Es schadet nicht, ein Exemplar mehr zu besitzen.

  • Stephen King bittet dich auf ein Abendessen zu sich und seiner Frau nachhause. Was ziehst du an, was nimmst du als Geschenk mit?

Ich weiß, dass Steve wenig Wert auf Etikette legt. Ich ziehe mich bequem an und bringe eine kleine Sammlung mit den besten ins Englische übersetzten zeitgenössischen deutschen Romanen mit.

  • Wegen einer ansteckenden Krankheit, gegen die es noch kein Mittel gibt, wirst du vermutlich ein Jahr allein auf einer Insel verbringen. Du darfst nur eine kleine Sporttasche mit Dingen zu deinem Zeitvertreib mitnehmen. Es gibt auf der Insel weder Handynetz noch WLan. Was wäre in deiner Tasche und was planst du für die Zeit?

Wenn es Strom gibt, nehme ich mein Laptop mit, ansonsten die Erika Schreibmaschine und extra viel Papier, um meine Gedanken zu ordnen und in Form zu bringen. Der Kindle und ein paar Bücher dürfen auch nicht fehlen. Darüberhinaus kann ich mich wunderbar mit mir selbst beschäftigen, das Jahr geht schnell vorüber.

  • Dein Partner stellt dich vor die Wahl. Entweder er/sie oder das Schreiben. Wie reagierst du?

Und tschüss.

  • Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben, die du unglaublich toll findest. Aber alle um dich herum finden sie ganz furchtbar. Ändert das deine Einstellung zu deiner Geschichte?

Ich habe zwei Romane geschrieben, die auch Kritik ausgelöst haben. Ich freue mich darüber, denn Literatur ist nicht unbedingt dazu da, Harmonie zu erzeugen. Auch wenn es so was wie Konsensromane gibt („Der Geschmack von Apfelkernen“), halte ich Literatur nur dann für gelungen, wenn sie Diskussionen erzeugt.

  • Was gibt dir das Schreiben und/oder Bloggen?

Ich bin dem Schreiben unendlich dankbar, dass ich damit meine Grübeleien einer produktiven Tätigkeit zuführen konnte.

  • Mit welchem zeitgenössischen Schriftsteller würdest du dich gern im Café treffen und mal ausgiebig über sein letztes Buch und seine Arbeit plaudern?

Nachdem Steve King mich ja bereits unter Punkt 4 zu sich nach Hause eingeladen hat, nehme ich mir als Nächstes Jeffrey Eugenides und Jonathan Franzen vor. Ferner gehören Ralf Rothmann und Wilhelm Genazino zu den Leuten, mit denen ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen möchte. Damit die Runde nicht allzusehr in eine Burschenschaft ausartet, nehmen wir noch Valentina d’Urbano und Alina Bronski als weibliche Teilnehmerinnen hinzu.

  • Heute in fünf Jahren. Was hast du dann in Sachen Schreiben und Veröffentlichen erreicht?

Wenn ich dann noch so viel Spaß daran habe wie heute, habe ich viel erreicht. Ich würde gerne meinen Ausstoß steigern und gerne mal einen kommerziellen Roman schreiben, der Geld erwirtschaftet. Aber mein Zeitkontingent ist leider endlich.



Das war's.

An dieser Stelle danke ich den vielen Fans, die im Rahmen der Gratisaktion bei „Der Mann mit der Säge“ zugegriffen haben. Es wird zum Semesterbeginn eine Gratisaktion zu „Habichthorst“ geben. Termin vormerken.

Danke fürs "Zuhören".

Danke, Hanna, für die Fragen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Warum die Autos immer dicker werden

Ich hatte in der Vergangenheit und auch aktuell bei Interviews im Radio nie verhehlt, dass ich die hiesige Autogeilheit ein bisschen extrem finde.

Fahrzeuge, Fußball, Fernsehen (manchmal auch alles zusammen, wie letzten Samstag der Gewinn des Volkswagen-Pokals durch den Volkswagenfußballklub, live in der ARD) bilden meiner Meinung nach eine Phalanx, die die Arbeitnehmer in Deutschland stillhalten soll.

Ich frage mich in letzter Zeit, warum die Autos immer riesiger und "sportlicher", kurz: immer unnütz höherwertiger werden. Der niedrige Zinssatz erklärt es zwar (in Spanien und USA hat man die Finanzblase mit Immobilienkrediten angefacht, bei den Deutschen muss man mit Autos locken), aber glauben tue ich daran nicht. Weil die Deutschen sehr sparsame und zweckverbundene Menschen sind.

Da ist noch was anderes, ich spüre es.

Meine Theorie ist: Die Deutschen haben gelernt, dass ihre irrsinnige Schufterei, die viele Opfer kostet, unter anderem nervliche, nur Sinn macht, wenn man sich im Gegenzug mit einer Erhöhung der Lebensqualität belohnt. Nun war es seit 1886 Konsens, dass teure, schöne Autos die Lebensqualität der Menschen erhöhen. So muss es doch weiter gehen.

Oder?

Die Menschen versuchen es momentan, sie kaufen immer größere, immer breitere, immer lautere Autos mit dem Nullzinssatz, um nochmal das Gefühl zu erleben, was man früher hatte, wenn man hart gearbeitet hat: Alles wird besser.

Aber wie lange noch?